Freitag, 26. Oktober 2007
Kettenbriefe sind auch Spam !
spam, 17:08h
Auch Kettenbriefe zählen zu den Hoaxes, denn auch hier existiert kein realer Hintergrund, der eine Weiterleitung an andere rechtfertigen könnte. Darüberhinaus fallen sie auch in die gleiche Kategorie wie Werbe-Mails: Sie sind unverlangte Massen-Mails (Spam, UBE).
Es gibt mehrere Varianten:
********************
Pyramiden-Systeme (Schneeball-Systeme, 'Make Money Fast')
Hier werden die Mail-Empfänger aufgefordert einen bestimmten Betrag an den Absender zu zahlen. Sie sollen dafür Informationen bekommen, wie sie das selbst auch mit anderen machen können. Meist sollen dazu 5 bis 7 (wertlose) Textdokumente verkauft werden, die auch als Rourke-Reports bekannt sind. Oft werden diese Systeme z.B. als Die Perle im Internet tituliert.
Durch die lawinenartige Verbreitung soll man in ein paar Tagen hunderte oder gar tausende von Dollar / EURO verdienen und dann immer weiter. Dass das nicht funktionieren kann, wird schnell klar, wenn man sich mal vor Augen hält, welche Teilnehmerzahlen erforderlich werden, wenn man als zehnter in einer solchen Kette noch etwas verdienen soll.
Angenommen, in jeder Ebene werden 10 Mails verschickt, deren Empfänger auch wieder 10 Mails verschicken und so fort (unvermeidliche 99% Blindgänger also nicht mitgerechnet), dann ergibt das in Ebene 10 bereits 1010 (10.000.000.000 also 10 Milliarden) Mails! Es wird aber derzeit von nur ca. 700 Mio Internet-Nutzern weltweit ausgegangen (diese Zahl mag je nach Quelle variieren, die Größenordnung ist entscheidend) - und es leben weniger als 7 Mrd. Menschen auf diesem Planeten. Die einzigen, die evtl. profitieren, sitzen in den ersten 3 - 5 Ebenen. Da diese Aktionen schon ein paar Jahre laufen, können Sie kaum erwarten, zu diesen zu gehören (Sie erfahren das aber ohnehin nicht). Den Absender können Sie übrigens sehr leicht ausfindig machen: Er steht meist mit Namen und Postadresse an der Stelle, wo man 'Report Nr. 1' bestellen soll...
Wenn Sie eine derartige Mail erhalten, senden Sie eine Beschwerde an den Provider des Absenders. Etliche Provider (etwa FreeMailer wie GMX) betrachten die Teilnahme an solchen Schneeballsystemen als Missbrauch ihrer Dienste und Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. Sie sperren dann den Account des Versenders oder sprechen zumindest eine Verwarnung aus.
Ebenfalls in diese Kategorie fallen die (meist nicht per E-Mail betriebenen) so genannten Herzkreise, Schenkkreise und Männerkreise. Hierbei geht es um weitaus höhere Summen, meist mehrere 1000 Euro. Der Bundesgerichtshof hat am 10. November 2005 entschieden, dass Schenkkreise sittenwidrig sind (ext. LinkVerbraucherzentrale Bremen). In Österreich und der Schweiz sind sie verboten. Auch das in den 1980er Jahren bekannt gewordene Pilotenspiel war ein Pyramidensystem.
Lesen Sie zu diesem Thema bitte auch die Analyse von Prof. Dr. Dieter Röß (Uni Würzburg).
Ganz abgesehen davon: Diese profitorientierten Kettenbriefsysteme sind in Deutschland verboten (nach ext. Link§ 16 (2) UWG; bis 2004: § 6c)! Also Finger weg!
Lesen Sie auch: ext. Linkdie Kripo rät (priv. Website) | Polizei warnt (LKA Sachsen) | computerbetrug.de
Gewinnspiele und Artverwandtes
Bill Gates schenkt jedem $1000,- oder eine Windows-CD, Nike verschenkt Sportartikel, Disney World zahlt jedem $5000,- oder eine Alles-Inklusive-Reise nach Disney World und so weiter und so weiter - alles für das simple Weiterleiten einer E-Mail... [Beispiel]
Mit ein wenig gesundem Menschenverstand merkt man gleich, dass das Quatsch ist. Aber, da wird ja (z.B.) gesagt, Microsoft habe ein System entwickelt, das jede weitergeleitete Mail registrieren könne (das 'Microsoft E-Mail Tracking System'), das würde man gerade testen und als Belohnung fürs Mitmachen gibt es ... s.o. Das ist natürlich nicht richtig, ein solches System existiert nicht.
Glücksbriefe
Diese an sich harmlos erscheinenden Kettenbriefe stellen durch ihre Zahl und Häufigkeit doch eine Belastung der Netz-Ressourcen und eine Belästigung der meisten Empfänger dar. Es wird wohl kein vernünftiger Mensch ernsthaft annehmen, dass diese Briefe (die es seit Jahrhunderten auch in handschriftlicher Form gibt), irgendeine andere Wirkung als die eben genannte haben. Viele finden es einfach lustig oder meinen, sie würden jemandem damit zumindest eine Freude machen. Tenor: "Schaden kann's ja nicht!"
Einige dieser Glücksbriefe drohen jedoch auch mit ernsten Konsequenzen für den Fall, dass sie nicht weitergeleitet werden. Dies kann abergläubische Menschen durchaus verunsichern; sie leiten sie dann lieber weiter, womit das Ziel wieder einmal erreicht wäre.
Tränendrüsen-Briefe (engl. "Charity Hoaxes")
Da sitzt in Florida (oder New York, England, Australien, ...) ein kleines Kind, das bald an Krebs (oder einer anderen Krankheit) sterben wird und sein letzter Wunsch ist es, dass dieser Kettenbrief um die Welt gehen möge (oder es mögen ihm/ihr alle schreiben). Nun macht mal alle schön mit, es ist doch für einen guten Zweck, außerdem bekommt die jeweilige Klinik (oder wer auch immer) von irgendeiner Stiftung (oder sonstwoher) soundsoviel Dollar (oder Cents) für jede Weiterleitung. [ Beispiel... ]
Wieder stellt sich die Frage, wer die Mails eigentlich zählt, wenn sie nicht alle an eine bestimmte Adresse geschickt werden. Wer da an wen Geld zahlt, ist auch nicht immer gesagt und ob das dann auch passiert, weiß man ohnehin nicht. Wer ohnehin die Absicht und das Geld hat, einem kranken Menschen zu helfen, wird diese Hilfe nicht davon abhängig machen, dass ein Kettenbrief oft genug weitergeleitet wird, damit rechnerisch der nötige Betrag zusammenkommt.
Auch die vor über 10 Jahren durch die Presse gegangene Postkarten-Aktion für ein todkrankes Kind in England ist übrigens bis heute nicht zu stoppen, dieses (damalige) Kind wird noch heute mit Unmengen an Post überhäuft, die es gar nicht haben will. Die Idee dazu kam nämlich von jemand anderem. [mehr darüber...]
Es gibt sicher viele tausend kranke Kinder überall auf der Welt, viele von ihnen zum Sterben verurteilt, und einige fänden es vielleicht sogar toll, viele E-Mails zu bekommen. Mit Sicherheit wissen die aber nichts von diesen Aktionen und werden es auch nie erfahren, geschweige denn, dass jemals auch nur ein Cent für ihre Behandlung dadurch aufgebracht würde.
Lesen Sie hierzu auch die Stellungnahme der ext. LinkAmerican Cancer Society (engl., neue URL).
Sinnlose E-Petitionen
In diese Kategorie fallen Kettenbriefaktionen, die dazu aufrufen, sich für oder gegen dies oder jenes einzusetzen. Das mag alles gut gemeint sein und die Ziele der Aktion mögen höchst ehrenwert sein, jedoch gilt hier ganz klar:
Kettenbriefe sind kein adäquates Medium, um seriöse Anliegen zu kommunizieren.
Kettenbriefe ändern nichts.
Niemand, der etwas ändern könnte, nimmt Kettenbriefe ernst oder auch nur zur Kenntnis.
Beispiele für derartigen Aktionismus sind die in 'Extra-Blättern' gewürdigten Kettenbriefe "Taliban's War on Women", "Filmboykott" oder die "Regenwald-Petition". Im angelsächsischen Sprachraum nennt man das auch "Armchair Activism" (Lehnstuhl-Aktivismus). Hinzu kommt, dass solche Aufrufe häufig von irgendwo auf der Welt stammen und - wenn überhaupt! - oft auch nur in der jeweiligen Region ein Zusammenhang zur Realität hergestellt werden könnte. Diese hier in Europa weiterzuleiten, hätte (unbenommen des ersten Absatzes) meist ohnehin wenig Sinn.
Mittlerweile sind auch etliche Web-Portale für Online-Petitionen entstanden. Dort kann jede/r für ein beliebiges Anliegen um Zustimmung werben. Diese Beliebigkeit färbt auch zwangsläufig auf die erzielbare Wirkung ab.
Der ext. LinkPetitionsausschuss des Deutschen Bundestags hat inzwischen ebenfalls eine ext. LinkWebsite für Online-Petitionen. Diese wird von der Napier-Universität in Edinburgh, Schottland, betrieben, die das System ursprünglich für das schottische Parlament entwickelt hat. Im Unterschied zu anderen Petitions-Websites werden die eingereichten Petitionen immerhin tatsächlich von den Politikern im Petitionsausschuss gelesen und behandelt.
Urban Legends
Die weitaus größte Gruppe unter den im Internet verbreiteten Falschmeldungen sind die Urban Legends (Großstadtmärchen, Wandersagen, Gerüchte). Hier wird auch der größte (und z.T. der amüsanteste) Unfug verzapft. "Die Spinne in der Yucca-Palme" ist der Titel eines Buch-Klassikers (ISBN 3-406-45995-1), der sich mit solchen Geschichten befasst. Die Bandbreite der weiter erzählten Geschichten reicht von Gesundheitswarnungen aller Art (z.B. vor bestimmten, angeblich krebserregenden Lebensmitteln oder Kosmetika) über Warnungen vor bestimmten Tricks von Betrügern (die es in der Praxis nicht gibt) bis zu Horror-Geschichten darüber, was der Nichte des Friseurs des Bekannten einer entfernten Verwandten aus Dingsda "selber passiert" sein soll...
Ein paar Beispiele:
* angebliche Terror-Anschläge (falsche Warnungen)
* Nokia, Ericsson u. Siemens verschenken [keine!] Handys
* HIV-Infektion in der Disco (oder im Kino, Theater, ...)
* Rattenurin auf Getränkedosen
* Warnung vor Aspartam (Süßstoff)
* Wurmeier in Kebab?
* Kindesentführung im Einkaufszentrum
* Asbest in Tampons ext. LinkUrbanLegends.About (engl.)
* Brustkrebs durch Deo-Spray ext. LinkUrbanLegends.About (engl.) | Krebsinformationsdienst
* ... et cetera ad infinitum...
Merke: Das Internet ist ein großartiges Informationsmedium -- aber Sie sollten nicht alles glauben, was Sie irgendwo im Internet lesen. Das Internet ist die Tummelwiese für Verschwörungstheoretiker, Weltuntergangsprediger und sonstige Personen mit Pseudo-Paranoia und/oder überzogenem Sendungsbewusstsein. Verbreiten Sie diesen Unfug bitte nicht weiter!
Fazit: Finger weg von Kettenbriefen.
Soweit sie nicht ohnehin in Deutschland illegal sind (nach obenPyramidensysteme), handelt es sich meist bestenfalls um schlechte Scherze, die man nicht unterstützen sollte.
Allgemein ist ein Kettenbrief auch kein geeignetes Mittel, um seriöse Hilferufe und andere wichtige Dinge zu verbreiten, denn dieses Medium ist bereits allzu sehr diskreditiert (eben weil damit überwiegend Unsinn verbreitet wird).
http://www2.tu-berlin.de/www/software/hoax.shtml#8
Es gibt mehrere Varianten:
********************
Pyramiden-Systeme (Schneeball-Systeme, 'Make Money Fast')
Hier werden die Mail-Empfänger aufgefordert einen bestimmten Betrag an den Absender zu zahlen. Sie sollen dafür Informationen bekommen, wie sie das selbst auch mit anderen machen können. Meist sollen dazu 5 bis 7 (wertlose) Textdokumente verkauft werden, die auch als Rourke-Reports bekannt sind. Oft werden diese Systeme z.B. als Die Perle im Internet tituliert.
Durch die lawinenartige Verbreitung soll man in ein paar Tagen hunderte oder gar tausende von Dollar / EURO verdienen und dann immer weiter. Dass das nicht funktionieren kann, wird schnell klar, wenn man sich mal vor Augen hält, welche Teilnehmerzahlen erforderlich werden, wenn man als zehnter in einer solchen Kette noch etwas verdienen soll.
Angenommen, in jeder Ebene werden 10 Mails verschickt, deren Empfänger auch wieder 10 Mails verschicken und so fort (unvermeidliche 99% Blindgänger also nicht mitgerechnet), dann ergibt das in Ebene 10 bereits 1010 (10.000.000.000 also 10 Milliarden) Mails! Es wird aber derzeit von nur ca. 700 Mio Internet-Nutzern weltweit ausgegangen (diese Zahl mag je nach Quelle variieren, die Größenordnung ist entscheidend) - und es leben weniger als 7 Mrd. Menschen auf diesem Planeten. Die einzigen, die evtl. profitieren, sitzen in den ersten 3 - 5 Ebenen. Da diese Aktionen schon ein paar Jahre laufen, können Sie kaum erwarten, zu diesen zu gehören (Sie erfahren das aber ohnehin nicht). Den Absender können Sie übrigens sehr leicht ausfindig machen: Er steht meist mit Namen und Postadresse an der Stelle, wo man 'Report Nr. 1' bestellen soll...
Wenn Sie eine derartige Mail erhalten, senden Sie eine Beschwerde an den Provider des Absenders. Etliche Provider (etwa FreeMailer wie GMX) betrachten die Teilnahme an solchen Schneeballsystemen als Missbrauch ihrer Dienste und Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. Sie sperren dann den Account des Versenders oder sprechen zumindest eine Verwarnung aus.
Ebenfalls in diese Kategorie fallen die (meist nicht per E-Mail betriebenen) so genannten Herzkreise, Schenkkreise und Männerkreise. Hierbei geht es um weitaus höhere Summen, meist mehrere 1000 Euro. Der Bundesgerichtshof hat am 10. November 2005 entschieden, dass Schenkkreise sittenwidrig sind (ext. LinkVerbraucherzentrale Bremen). In Österreich und der Schweiz sind sie verboten. Auch das in den 1980er Jahren bekannt gewordene Pilotenspiel war ein Pyramidensystem.
Lesen Sie zu diesem Thema bitte auch die Analyse von Prof. Dr. Dieter Röß (Uni Würzburg).
Ganz abgesehen davon: Diese profitorientierten Kettenbriefsysteme sind in Deutschland verboten (nach ext. Link§ 16 (2) UWG; bis 2004: § 6c)! Also Finger weg!
Lesen Sie auch: ext. Linkdie Kripo rät (priv. Website) | Polizei warnt (LKA Sachsen) | computerbetrug.de
Gewinnspiele und Artverwandtes
Bill Gates schenkt jedem $1000,- oder eine Windows-CD, Nike verschenkt Sportartikel, Disney World zahlt jedem $5000,- oder eine Alles-Inklusive-Reise nach Disney World und so weiter und so weiter - alles für das simple Weiterleiten einer E-Mail... [Beispiel]
Mit ein wenig gesundem Menschenverstand merkt man gleich, dass das Quatsch ist. Aber, da wird ja (z.B.) gesagt, Microsoft habe ein System entwickelt, das jede weitergeleitete Mail registrieren könne (das 'Microsoft E-Mail Tracking System'), das würde man gerade testen und als Belohnung fürs Mitmachen gibt es ... s.o. Das ist natürlich nicht richtig, ein solches System existiert nicht.
Glücksbriefe
Diese an sich harmlos erscheinenden Kettenbriefe stellen durch ihre Zahl und Häufigkeit doch eine Belastung der Netz-Ressourcen und eine Belästigung der meisten Empfänger dar. Es wird wohl kein vernünftiger Mensch ernsthaft annehmen, dass diese Briefe (die es seit Jahrhunderten auch in handschriftlicher Form gibt), irgendeine andere Wirkung als die eben genannte haben. Viele finden es einfach lustig oder meinen, sie würden jemandem damit zumindest eine Freude machen. Tenor: "Schaden kann's ja nicht!"
Einige dieser Glücksbriefe drohen jedoch auch mit ernsten Konsequenzen für den Fall, dass sie nicht weitergeleitet werden. Dies kann abergläubische Menschen durchaus verunsichern; sie leiten sie dann lieber weiter, womit das Ziel wieder einmal erreicht wäre.
Tränendrüsen-Briefe (engl. "Charity Hoaxes")
Da sitzt in Florida (oder New York, England, Australien, ...) ein kleines Kind, das bald an Krebs (oder einer anderen Krankheit) sterben wird und sein letzter Wunsch ist es, dass dieser Kettenbrief um die Welt gehen möge (oder es mögen ihm/ihr alle schreiben). Nun macht mal alle schön mit, es ist doch für einen guten Zweck, außerdem bekommt die jeweilige Klinik (oder wer auch immer) von irgendeiner Stiftung (oder sonstwoher) soundsoviel Dollar (oder Cents) für jede Weiterleitung. [ Beispiel... ]
Wieder stellt sich die Frage, wer die Mails eigentlich zählt, wenn sie nicht alle an eine bestimmte Adresse geschickt werden. Wer da an wen Geld zahlt, ist auch nicht immer gesagt und ob das dann auch passiert, weiß man ohnehin nicht. Wer ohnehin die Absicht und das Geld hat, einem kranken Menschen zu helfen, wird diese Hilfe nicht davon abhängig machen, dass ein Kettenbrief oft genug weitergeleitet wird, damit rechnerisch der nötige Betrag zusammenkommt.
Auch die vor über 10 Jahren durch die Presse gegangene Postkarten-Aktion für ein todkrankes Kind in England ist übrigens bis heute nicht zu stoppen, dieses (damalige) Kind wird noch heute mit Unmengen an Post überhäuft, die es gar nicht haben will. Die Idee dazu kam nämlich von jemand anderem. [mehr darüber...]
Es gibt sicher viele tausend kranke Kinder überall auf der Welt, viele von ihnen zum Sterben verurteilt, und einige fänden es vielleicht sogar toll, viele E-Mails zu bekommen. Mit Sicherheit wissen die aber nichts von diesen Aktionen und werden es auch nie erfahren, geschweige denn, dass jemals auch nur ein Cent für ihre Behandlung dadurch aufgebracht würde.
Lesen Sie hierzu auch die Stellungnahme der ext. LinkAmerican Cancer Society (engl., neue URL).
Sinnlose E-Petitionen
In diese Kategorie fallen Kettenbriefaktionen, die dazu aufrufen, sich für oder gegen dies oder jenes einzusetzen. Das mag alles gut gemeint sein und die Ziele der Aktion mögen höchst ehrenwert sein, jedoch gilt hier ganz klar:
Kettenbriefe sind kein adäquates Medium, um seriöse Anliegen zu kommunizieren.
Kettenbriefe ändern nichts.
Niemand, der etwas ändern könnte, nimmt Kettenbriefe ernst oder auch nur zur Kenntnis.
Beispiele für derartigen Aktionismus sind die in 'Extra-Blättern' gewürdigten Kettenbriefe "Taliban's War on Women", "Filmboykott" oder die "Regenwald-Petition". Im angelsächsischen Sprachraum nennt man das auch "Armchair Activism" (Lehnstuhl-Aktivismus). Hinzu kommt, dass solche Aufrufe häufig von irgendwo auf der Welt stammen und - wenn überhaupt! - oft auch nur in der jeweiligen Region ein Zusammenhang zur Realität hergestellt werden könnte. Diese hier in Europa weiterzuleiten, hätte (unbenommen des ersten Absatzes) meist ohnehin wenig Sinn.
Mittlerweile sind auch etliche Web-Portale für Online-Petitionen entstanden. Dort kann jede/r für ein beliebiges Anliegen um Zustimmung werben. Diese Beliebigkeit färbt auch zwangsläufig auf die erzielbare Wirkung ab.
Der ext. LinkPetitionsausschuss des Deutschen Bundestags hat inzwischen ebenfalls eine ext. LinkWebsite für Online-Petitionen. Diese wird von der Napier-Universität in Edinburgh, Schottland, betrieben, die das System ursprünglich für das schottische Parlament entwickelt hat. Im Unterschied zu anderen Petitions-Websites werden die eingereichten Petitionen immerhin tatsächlich von den Politikern im Petitionsausschuss gelesen und behandelt.
Urban Legends
Die weitaus größte Gruppe unter den im Internet verbreiteten Falschmeldungen sind die Urban Legends (Großstadtmärchen, Wandersagen, Gerüchte). Hier wird auch der größte (und z.T. der amüsanteste) Unfug verzapft. "Die Spinne in der Yucca-Palme" ist der Titel eines Buch-Klassikers (ISBN 3-406-45995-1), der sich mit solchen Geschichten befasst. Die Bandbreite der weiter erzählten Geschichten reicht von Gesundheitswarnungen aller Art (z.B. vor bestimmten, angeblich krebserregenden Lebensmitteln oder Kosmetika) über Warnungen vor bestimmten Tricks von Betrügern (die es in der Praxis nicht gibt) bis zu Horror-Geschichten darüber, was der Nichte des Friseurs des Bekannten einer entfernten Verwandten aus Dingsda "selber passiert" sein soll...
Ein paar Beispiele:
* angebliche Terror-Anschläge (falsche Warnungen)
* Nokia, Ericsson u. Siemens verschenken [keine!] Handys
* HIV-Infektion in der Disco (oder im Kino, Theater, ...)
* Rattenurin auf Getränkedosen
* Warnung vor Aspartam (Süßstoff)
* Wurmeier in Kebab?
* Kindesentführung im Einkaufszentrum
* Asbest in Tampons ext. LinkUrbanLegends.About (engl.)
* Brustkrebs durch Deo-Spray ext. LinkUrbanLegends.About (engl.) | Krebsinformationsdienst
* ... et cetera ad infinitum...
Merke: Das Internet ist ein großartiges Informationsmedium -- aber Sie sollten nicht alles glauben, was Sie irgendwo im Internet lesen. Das Internet ist die Tummelwiese für Verschwörungstheoretiker, Weltuntergangsprediger und sonstige Personen mit Pseudo-Paranoia und/oder überzogenem Sendungsbewusstsein. Verbreiten Sie diesen Unfug bitte nicht weiter!
Fazit: Finger weg von Kettenbriefen.
Soweit sie nicht ohnehin in Deutschland illegal sind (nach obenPyramidensysteme), handelt es sich meist bestenfalls um schlechte Scherze, die man nicht unterstützen sollte.
Allgemein ist ein Kettenbrief auch kein geeignetes Mittel, um seriöse Hilferufe und andere wichtige Dinge zu verbreiten, denn dieses Medium ist bereits allzu sehr diskreditiert (eben weil damit überwiegend Unsinn verbreitet wird).
http://www2.tu-berlin.de/www/software/hoax.shtml#8
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